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About Digital Art / Professional Member Christoph StruberMale/Germany Recent Activity
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Große Ereignisse

Wie jede Stadt, deren klingender Name allzu vollmundig ein Paradies anpreist, war auch Sunny Meadows kaum mehr als ein stinkendes Rattennest fernab der Zivilisation. Doch wo sich noch vor nicht allzu langer Zeit nur Minenarbeiter und einige Siedler getummelt hatten, vibrierte nun seit ein paar Monaten das Leben. Menschen hasteten über die Straßen und gingen ihren Geschäften nach, überall wurde gebaut, gestrichen und geputzt. Zwar würde diese Stadt nie einen Schönheitspreis gewinnen, doch jeder der ehrlich zu sich selbst war musste zumindest die Anstrengungen respektieren. Anlass für dieses höchst außergewöhnliche Treiben war eine Ankündigung des Erzherzogs gewesen, die kleine Grenzwelt Pandorica zu besuchen und während seines Aufenthalts in ihrer Hauptstadt, also Sunny Meadows, zu residieren. Nur selten ließ sich soweit draußen im Hinterland ein Kernweltler blicken, noch viel seltener ein Regierungsbeamter und dass sich ein Mitglied der kaiserlichen Familie so weit nach draußen wagt, war ungehört. Wenn man einen Historiker fragte, und davon gab es bis vor kurzem in Sunny Meadows nur einen einzigen und der alte Carl war zugleich ein Trunkenbold und Märchenerzähler, so sind seit dem letzten Besuch eines Kaiserlichen über siebenhundert Jahre vergangen. Damals war Kaiser Wilhelm noch selbst ausgezogen, um den Aufstand einiger närrischer Grenzwelten niederzuschlagen.

Um nun den Thronfolger des galaktischen Imperiums sowie seinen vieltausendköpfigen Hofstaat zumindest einigermaßen angemessen bewirten zu können, wurden auf ganz Pandorica keine Kosten und Mühen gescheut.

Für Dadrius „Dade“ Ryan bedeutete das wie für die Einheimischen vor allem eines: Arbeit. Als freischaffender Journalist war Hofberichterstattung nun wahrlich nicht sein Metier, aber da er nun seit fast einem Jahr auf diesem gottverlassenen Felsen mitten im Nirgendwo fest saß, konnte er sein Glück kaum glauben, als er von der Ankündigung des Erzherzogs hörte. Während nun seit einigen Wochen Reporter in Scharen im Raumhafen landeten und sich mühsam mit dem Planeten und den Einheimischen anfreunden mussten, war Dade ihnen schon drei Schritte voraus. Er kannte die Stadt inzwischen wie seine Westentasche, wusste um die lokalen Bräuche und Eigenheiten und am wichtigsten, er hatte Kontakte.

Er musste nur zwei bis drei gute Reportagen aus diesem einmaligen Ereignis herausschlagen und hätte damit genug Geld, um in die Kernwelten zurückzukehren und sich dort ein nettes Apartment leisten zu können. Aus diesem Grund befand er sich nun auf dem Weg zu Stadtrat Grust. Lieber hätte er mit dem Bürgermeister persönlich gesprochen, doch bei Yohann Wickers war kein Termin zu kriegen seit dem Tag der Ankündigung. Nichtmal für Dade, der Wickers zuvor mindestens einmal im Monat auf eines der schalen Biere eingeladen hatte, die hier so gerne getrunken wurden.

Während er sich in die Straßenbahn zwängte, die bei weitem nicht für ein solchen Personenaufkommen konzipiert worden war, rätselte er wie so oft in letzter Zeit über die Gründe des hohen Besuchs. Es war das Lieblingsthema der Einheimischen und es wurden die wildesten Gerüchte gesponnen, doch nur wenn man unter sich war. Niemand wusste wie viele der neuen Gesichter zu Offizieren der Geheimpolizei gehörten und niemand wollte es herausfinden müssen.

Manche glaubten, der Erzherzog wolle sich vor seiner bevorstehenden Krönung zu den Nibelquellen begeben, das einzige, das man auf Pandorica mit viel Phantasie Pilgerstätte nennen konnte. Andere glaubten sich an einen Orakelspruch erinnern zu können, der dem Thronfolger einen frühen Tod fern der Heimat prophezeite, und nun wolle sich Erzherzog Ferdinand seinem Schicksal stellen. Wieder andere kombinierten diese zwei Geschichten und schafften es, lokale Fabelwesen und allerlei Getier zu integrieren. Dadrius Ryan sah sich selbst als weltgewandter Realist und glaubte folglich nichts davon. Die Gründe müssen viel profaner sein, sagte er sich, und trotzdem viel drückender. Vielleicht gab es irgendwo in den umliegenden Welten einen erfolgreichen oder drohenden Aufstand, von dem dank der Zensur nichts bis nach Pandorica durchgedrungen war. Ja, das würde Sinn ergeben. Die Präsenz des Thronfolgers allein reichte aus um jeden Gedanken an Aufruhr auszutreiben. Doch warum nicht militärische Stärke zeigen? Zwar befanden sich in der angekündigten Begleitung mehrere hochrangige Generäle und Admiräle, doch die Visite war ausdrücklich als nicht militärisch ausgewiesen und bis auf zwei leichte Fregatten wurden keine Kriegsschiffe erwartet. Es waren die selben Gedankengänge wie immer und Dade wusste dass er auch diesmal nicht auf die richtige Lösung des Rätsels kommen würde. Er verdrängte die Gedanken so gut es ging und konzentrierte sich auf das bevorstehende Gespräch mit Stadtrat Grust.

Grust war ein verschrobener alter Kerl, der nie lächelte und die ganze Welt mit Argwohn anzustarren schien. Dadrius mochte ihn nicht besonders und er war sich sich, dass dies auf Gegenseitigkeit basierte. Trotzdem rechnete er es dem Ratsherrn hoch an, dass dieser für ihn eine halbe Stunde freimachen konnte. Bestimmt eine Anordnung des Bürgermeisters, dachte Dadrius bei sich. Irgendwer muss doch erzählen wie reibungslos alles verläuft und wie gut man bisher im Zeitplan liege.

Als er schließlich dem Stadtrat die Hand schüttelte und sich vielmals für den Termin bedankte, konnte er förmlich körperlich spüren, wie zuwider Grust diese ganze Angelegenheit war. Der alte Mann versucht nicht einmal, Freundlichkeit zu heucheln. Dade war erfreut. Vielleicht war das die Gelegenheit für ein paar ehrliche Antworten. Grust führte ihn in sein kleines und über die Maßen verstaubtes Bürozimmer und zeigte auf einen Stuhl, ganz ohne die Einladung, man möge doch bitte Platz nehmen.

„Wie laufen die Vorbereitungen?“ war Dadrius erste Frage, nur um sie abgehakt zu haben und in tiefere Gewässer vorstoßen zu können. „Miserabel“ kam als Antwort zurück und erschreckte Dadrius beinahe. Mit so viel Aufrichtigkeit hatte er nicht gerechnet. Für einen Moment wusste er tatsächlich nicht was er sagen sollte. Noch bevor ihm die richtige Folgefrage einfiel, fuhr Grust bereits fort. „Sunny Meadows ist arm. Ganz Pandorica ist arm. Dieser ganze Zirkus hier, wir können uns das nicht leisten.“ „Was ist mit Touristen?“ hakte Dadrius nach. Die Stadt quoll jetzt schon aus allen Nähten und noch waren es fast drei Wochen, bis der Erzherzog hier eintraf. Alle Hotels waren längst ausgebucht, selbst die Containerunterkünfte, die erst letztens am Rande der Stadt gelandet waren. Viele Menschen würden auf ihren Schiffen übernachten müssen.

„Pah, Touristenpack!“ Grust spuckte beinahe vor Abscheu bei dieser Antwort, die Dadrius diesmal überhaupt nicht überraschte. „Selbst wenn jeder Tourist jeden Tag tausend Gulden ausgeben würde, müssten noch unsere Urenkel ihre Häuser vermieten, um unsere Schulden zu tilgen. Trotzdem, die Finanzen sind eine geringe Sorge. Das Imperium unterstützt uns großzügig unter der Hand, ohne ein Wort darüber zu verlieren. Fast alles hier wurde mit imperialen Münzen bezahlt.“ Dabei machte der Stadtrat eine ausladende Geste über sein Bürofenster, das so gelblich getrübt war, dass man die Stadt draußen nur erahnen konnte. Dadrius runzelte die Stirn. „Wenn das Imperium für alles aufkommt, wo liegt das Problem?“ „Das Problem, Sie Einfaltspinsel, ist die Abhängigkeit! Bisher haben sich die Kernwelten keine feuchten Furz um Pandorica gekümmert! Wir konnten hier tun und lassen was wir wollten, solange die jährlichen Abgaben einigermaßen stimmten. Das war wahre Freiheit, die wir nun nie wieder zurückerlangen werden. Alles hier gehört über kurz oder lang der Krone, die immer ein wachendes Auge auf ihre Besitztümer haben wird.“ Grust hatte sich in Rage geredet, sein Kopf war ganz rot und er geiferte beim Sprechen. Dadrius wollte ihn wieder beruhigen. „Meinen Sie nicht, verehrter Stadtrat, Sie sehen die Angelegenheit gerade in einem schiefen Licht?“ Sunny Meadows blüht auf wie noch nie, jeder in der Stadt findet Arbeit und die Kassen und Mägen der Bürger sind gut gefüllt? Bei Gott, im Winter sah das noch ganz anders aus!“

„Gott hat nichts damit zu tun, Herr Ryan. Das ist ein Pakt mit dem Teufel. Was denken Sie, warum ich Ihnen das alles erzähle? Wenn meine Ansichten veröffentlicht werden, kostet das meinen Kopf. Die Geheimpolizei steht vor meiner Tür, noch bevor die Tinte auf Ihrer Zeitung trocken ist. Aber das ist egal, das ist nun alles egal.“ Dadrius gefiel gar nicht, welche Richtung dieses Gespräch eingeschlagen hatte. Zwar wusste der Stadtrat offenbar etwas sehr wichtiges und als Reporter wollte Dadrius das natürlich erfahren, aber die Gleichgültigkeit, die in die letzten Sätze von Grust gerutscht war bereitete ihm wenn nicht Angst, dann zumindest Unwohlsein. „Was wissen Sie?“ fragte er, leiser als er es beabsichtigt hatte.

„Die roten Zauberinnen kommen. Schon heute Nachmittag soll ein ganzes Konvent in Sunny Meadows eintreffen.“ Mit einem Male konnte Dadrius den Fatalismus des Stadtrates verstehen und teilen.
Red Sorceress Chapter 1 draft
The very first draft of Chapter one, The red sorceress. Written in German
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Christoph Struber
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People call me Captain 'Awesome' McDirty. I am student at the University of Applied Sciences, Upper Austria. I study Digital Media with the focus on animation and post production. I'm dreaming on working on a big Hollywood Blockbuster or becoming the ruler of the world.

Current Residence: beyond good and evil
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MarysartandPhotos Featured By Owner Jan 7, 2013  Hobbyist Digital Artist
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THE-LEMON-WATCH Featured By Owner Jun 20, 2011  Professional General Artist
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angelitoon Featured By Owner May 21, 2011  Professional Digital Artist
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DVD-PUPPET Featured By Owner Nov 6, 2010   Digital Artist
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DVD-PUPPET Featured By Owner Nov 4, 2010   Digital Artist
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octahedronx Featured By Owner Aug 31, 2010  Hobbyist Digital Artist
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Wicca01 Featured By Owner Aug 12, 2010
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ChrisP-Design Featured By Owner Aug 3, 2010
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